Chaos
Schreiber: vecors 1996
Für alle, die noch kein
Baby kriegten.
Für alle, die keine
Sonne sehen.
Für alle, die gerne im
warmen Regen stehen.
Für alle Blumen.
Für alle Chaoten.
Prolog
In folgender Geschichte wird es viele Handlungen geben, die
z.T. gar keine sind. Es wird viele Hauptfiguren geben, die man nicht sieht. Es
wird Verwirrung herrschen. Gefühlswirrwarr, Schnickschnack und
Schabernack. Das absolute Chaos halt. Wer eine Geschichte lesen will, so eine
ganz normale, der schalte sich jetzt aus.
Der Ballon dachte bei sich: endlich Frühling. Da kam
der Käfer.
Hallo Ballon, sagte er.
Dieser lud ihn auf und los ging die Reise ins Überall.
Das Überall liegt irgendwo zwischen dem Nichts und der Welt auf der wir
vegetieren.
Weisst du, wodurch es geht? fragte der Käfer.
Überalldurch. sagte der Ballon.
Wie weit ist es? fragte der Käfer.
Ich kann nicht gut schätzen.
Ungefähr.
Zweitausend Kilometer.
Glaube ich nicht. So weit kann es doch wohl nicht sein. Ich
sollte bald auf’s Klo.
Sagte ja, ich kann nicht schätzen. Vielleicht fünf
Kilometer.
Da jagte die Biene vorbei, und sie erinnert an eine FA-18,
aber nur weil sie fliegt, denn eine Biene ist unzählig nützlicher als
eine FA-18. Denn was bringt diese Feuerspeiende Blechkiste ausser Dreck und
Tod? Oh, entschudigung, den Stolz natürlich. Tut mir leid, ihr
Komplexhäufen, ihr Militärfans, ihr Sadomasochisten,
Dornenvögel, Selbstzerstörer.
Ihr denkt, der hat ja selbst Komplexe, wenn er so etwas
schreibt. Glaube ich nicht. Doch wenn ihr nicht Komplexe habt, was habt ihr
denn? Arme Teufel. Fliegen ist Frieden. Fliegen ist Tod. Die Biene ist Frieden.
Die Kriegsmaschine ist Tod. Die Natur ist Frieden. Der Mensch ist Tod.
Schau, wie die Sonne leuchtet. sagte der Käfer.
Tut mir leid, ich kann nicht sehn. sagte der Ballon.
Wie weisst du dann, wodurch wir fliegen?
Der Nase nach.
Hast du denn eine?
Nein.
Ein blindes Mädchen ging einst über eine Strasse.
Es kam auf der anderen Seite an, fand einen Mann und führte ein
glückliches Leben. Es lebte 100 Jahre.
Schau, wie die Wolken vorbeiziehen. sagte der Käfer.
Tut mir leid, ich kann nicht sehn. sagte der Ballon.
Wie weisst du denn, welche Farbe du hast?
Rot, die Liebe sagt’s.
Ein blindes Mädchen ging einst über eine Strasse.
Es kam ein Raser. Das Mädchen starb. Es lebte 10 Jahre.
Kannst du denn hören? fragte der Käfer.
Nein, ich habe keine Ohren. sagte der Ballon.
Warum verstehst du mich denn?
Einfach.
Kannst du denn sprechen, hast du einen Mund?
Nein.
Wie kann ich dich denn hören?
Einfach.
Wie einfach.
Ich bin, obwohl ich nicht bin. Du kannst mich sehen, siehst
aber gar nicht mich. Denn ich bin der Gedanke, das Gefühl, die Seele. Ich
hänge an meinem Gummi, doch nur solange er lebt. Danach bin ich befreit.
Darauf lebe ich.
Wie schön. sagte der Käfer.
Der Teil ist fertig, die Geschichte vielleicht nicht. Dies
ist erst der Anfang vom Ende.
Doch deine Persönlichkeit will ich achten, mein Freund!
Denn steckt nicht hinter jedem noch so kranken oder müdem Geist eine
Persönlichkeit. So sage ich ein letztes mal mein Freund, mein Freund,
bevor mich der Respekt verstummen lasse.
Weniger Chaos? Vielleicht, doch nicht erhofft!
Es ist doch wohl ein Unterschied, ob ein Ventilator
bläst oder ein Wüstensturm fegt (nur nicht überlegen). Steht die
Sonne dann am Himmel? Man weiss es nicht, ich weiss es nicht. Bei zweitem eher
nicht, bei erstem schon eher.
Lücken machen stumm. Lieber nicht als schlecht.
Qualität im Chaos.
Der Teil ist fertig, die Geschichte vielleicht nicht. Dies
ist erst die Mitte des Anfangs vom Ende.