Es war einmal das Nichts. Es war alles zusammen. Es bestand schon eine
Ewigkeit, und irgendwann einmal bekam es eine Identitätskrise. Man muss
sich das einmal vorstellen. Wie kann denn das Nichts nicht sein, wenn gar
nichts ist? Also, es muss ja etwas sein, damit etwas nicht sein kann. So wie es
das Böse geben muss, damit es das Gute gibt. Aber damals gab es einfach
nichts. Und das merkte das Nichts. Und darum schuf es das Etwas. Und dieses
Etwas war also, während das Nichts nicht war. Das Nichts war befriedigt
und ist es bis heute noch.
Nicht aber das Etwas. Das wunderte sich erst einmal, warum es
überhaupt war. Ich meine, das würdest du ja auch, oder, wenn du
einfach so wärest, auf einmal? Das Etwas überlegte viele Ewigkeiten
lang. Es hatte viel mehr Zeit als wir Menschen. Wir wissen zwar, dass unsere
Eltern uns gezeugt haben und dass wir darum sind, aber warum wir sind, wissen
wir auch nicht. Aber um das herauzufinden, haben wir viel zu wenig Zeit.
Als das Etwas viele viele Ewigkeiten lang seinem Sinn und seiner
Herkunft nachgesinnt hatte, wurde das ihm zu kopflastig. Es wollte versuchen,
etwas zu machen, zu tun.
Und so entschloss es sich, nicht allein sein zu wollen mit dem Problem,
nicht zu wissen, warum und woher es ist. Daher erfand es ein grosses Spiel. Es
war ein gigantisches Spiel, nicht ein Spiel, wo es um gewinnen oder verlieren
ging, nein, es ging ums sein. Das Etwas klügelte und studierte und dachte,
es wolle nicht zu viel vorausmachen, sondern das die Spieler des Spiels sollen
sich ihr Spiel selber gestalten. Und so schuf es die Gesetze der Natur und ein
paar Gase und ein paar andere ziemlich wichtige Dinge. Und dann liess es diesen
Dingen ihren Lauf.
Das klappte sehr gut, das Etwas war sehr vergnügt, zuzusehen, wie
sich da Dinge bildeten, von sich aus. Das ganze Universum war ja echt riesig
gross. Und das Etwas konnte sich daran nicht satt sehen.
Die Erde hat es bis heute nicht entdeckt.